Werkstattfilm: Dienstag fällt die Entscheidung
Oldenburg. Das Medienarchiv des Vereins Werkstattfilm könnte geschlossen werden, wenn es keine Förderung seitens der Stadt Oldenburg gibt (der Kulturbeutel53 berichtete). Am 9. Dezember hat sich die Stadtverwaltung mit Vereinsvertretern und dem ehemaligen Vorsitzenden des Kulturausschusses, Hans-Richard Schwartz (FDP) getroffen, um eine Lösung herbeizuführen.
Im Rahmen des Treffens wurde von der Verwaltung eine Stellungnahme der Verwaltung zu den Forderungen von Werkstattfilm e.V. vorgelegt. Dazu äußerte sich jetzt Farschid Ali Zahedi und Bernd Poch (Werkstattfilm), die in diesem Bericht keine Diskussionsgrundlage sehen. Für die Bearbeitung, Weiterführung, Erfassung und Präsentation des Archivs benötige der Verein mindestens zwei Vollzeitstellen. Dafür wurde 80 000 Euro kalkuliert, das sei „äußerst bescheiden“. Außerdem sei „auch der Kostenansatz für die weiteren Posten (Hard- und Software, Internet etc.) im Vergleich zu anderen Projekten ähnlicher Größenordnung geradezu sensationell niedrig“.

Zu den zusätzlich geforderten 110 000 Euro jährlich stellte die Stadt fest, dass diese Summe die Haushaltslage nicht hergebe. Trotzdem käme die Kulturverwaltung nun mit ihrem bereits 2010 gescheiterten Versuch zurück, das Medienarchiv im Staatsarchiv einzulagern: „Auf dieser Grundlage könnte eine vertragliche Regelung über die weitere Förderung von Werkstattfilm abgeschlossen werden.“ An dem Zusatz: „wenn die für das Vorjahr festgeschriebene Einlagerung tatsächlich erfolgt ist“ sei zu erkennen, dass nur dann die Förderung realisiert würde. Diese Regelung sei unannehmbar. Zudem wolle die Verwaltung, dass das Vermögen von Werkstattfilm und damit auch das Archiv nach der Vereinsauflösung an das Staats- oder Stadtarchiv übertragen wird. „Es stellt sicher einen einmaligen Vorgang dar, dass die Verwaltung von einem zu fördernden Verein eine Satzungsänderung einfordert, um an dessen Eigentum zu gelangen. Wir können die Vorschläge und Einschätzungen der Kulturverwaltung zum jetzigen Stand nur zur Gänze ablehnen“, so Zahedi.
Das sieht Hans-Richard Schwartz anders, die strikte Ablehnung ist für ihn nicht nachvollziehbar: „Die von der Verwaltung in dem vorliegenden Bericht vorgeschlagene Vorgehensweise scheint aus meiner Sicht realistisch und ermöglicht zudem für den künftigen Umgang bzw. Sicherung der Archivalien von Werkstattfilm eine konstruktive Perspektive“. Über Einzelheiten und die Bedingungen müsse dann noch gesprochen werden. Wichtig sei es, die Sammlungsstücke durch Archivare und ggf. Historikern begutachten zu lassen bzw. eine Expertise zu erstellen. „Des Weiteren ist es von erheblicher Bedeutung, dass ‘jene Sammlungsstücke, deren Wert für die Geschichte Oldenburgs unverzichtbar ist, geeignet untergebracht und dauerhaft gesichert werden’“. Unter dem Strich wäre der Vorschlag eine verbesserte vertragliche Vereinbarung für das Medienarchiv, so Schwartz.
Das Thema „Medienarchiv bei Werkstattfilm e.V.“ wird den nächsten Kulturausschuss beschäftigen, der am Dienstag, 20. Dezember, 17 Uhr im Alten Rathaus stattfindet.







[...] im Vorfeld der ehemalige Vorsitzende Hans-Richard Schwartz (FDP) für den Verwaltungsvorschlag (der Kulturbeutel53 berichtete) über eine Weiterführung des Archivs ausgesprochen hatte, stimmten gestern auch die anderen [...]